Der Fund von 2005
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Der Fund von 2008
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Noch lange nicht genug

Riesenkristalle Planggenstock

Der Sensationsfund von 2005

Um die Geschichte vom Fund der Riesenkristalle vom Planggenstock zu erzählen, muss man weit zurückschauen:

Als 1993 Franz von Arx und Paul von Känel in den Granitfelsen des Planggenstocks Anzeichen einer Kluft entdeckten, ahnten sie noch nicht, dass sich ihr Strahlerleben bald für immer verändern würde. Der Eingang zur Kluft musste aber zuerst zugänglich gemacht werden. In mühsamster Schwerstarbeit zerkleinerten sie die herumliegenden, abgebrochenen Felsbrocken und räumten so rund 150 Kubikmeter Fels auf die Seite. Bald kamen erste Quarzkristalle und karmesinrote Fluorite zum Vorschein. Einige Jahre später stiessen sie dann auf 100 Kilogramm schwere Kristalle. Dies sollte jedoch nur ein „kleiner Vorgeschmack“ auf das sein, was ihnen der Berg in den nächsten Jahren offenbarte…

2005, nach über 12 Jahren harten Schaffens und unzähligen Arbeitsstunden, brach der Bohrer in eine Kristallhöhle ein, die den beiden Strahlern den Atem raubte. Hier, rund 33 Meter im Felsinnern, lagen Kristalle von einer Grösse und Schönheit, wie man sie seit Menschengedenken nicht gesehen hatte. Die ganze Mühe, die schweisstreibenden Wochen und Monate im Berg hatten sich gelohnt.

Der Riesenkristallfund von 2005 kann im Naturhistorischen Museum in Bern besichtigt werden:

Ausstellung im Naturhistorischen Museum

Der Sensationsfund von 2008

Der Fund von 2005 ermutigte die beiden Strahler, weiterhin am Planggenstock nach Kristallen zu suchen. Nach der Saison 2006 entschloss sich dann Paul von Känel, das Leben etwas ruhiger anzugehen. Seit Frühjahr 2007 arbeitet nun Elio Müller, damals 21 Jahre jung, an der Seite von Franz von Arx.

Am 19. September 2008 entdeckten die beiden am Planggenstock eine neue Kristallhöhle, aus welcher sie rund 2,5 Tonnen erlesene Bergkristalle bergen konnten. Bei diesem Fund waren auch Kristalle mit rekordverdächtigen Massen von bis zu 120 cm langen Spitzen dabei.

Diese aussergewöhnlichen Kristalle sind seit Juni 2015 auf dem Gotthardpass zu bestaunen.

Ausstellung auf dem Gotthardpass

Noch lange nicht genug

2009 waren die Sensationsfunde aus der Kristallhöhle am Planggenstock abtransportiert. Und schon stellte sich die Frage, ob der Fels hier wohl noch weitere Schätze verborgen hält. Das Strahler-Duo entschloss sich, entlang des vorhandenen Quarzbandes geradewegs weiter in den Berg vorzudringen. Zehn Meter arbeiteten sie sich vor, brachen sich einige weitere Meter nach links und nach rechts durch das Gestein, allerdings ohne auch nur auf einen einzelnen Kristall zu stossen. Das Quarzband lief aus und begründete für Elio Müller und Franz von Arx eine Korrektur ihres Kurses: Die beiden setzten gleich neben der 2008er-Fundstelle an und brachen erneut zehn Meter unnachgiebigen Granit in anstrengendster körperlicher Arbeit heraus. Doch auch hier fand sich nichts. 

Fast fünf Jahre waren mittlerweile vergangen, als ihnen zuletzt beim Anblick der wunderbaren Rauchquarzen, Fluoriten und Bergkristallen das Herz höher geschlagen hatte. Ein halbes Jahrzehnt ohne Lohn für die kräfteraubende Strahlerarbeit. Noch waren den beiden Kristallsuchern die Ideen aber nicht ausgegangen. Sie legten ihre Brechwerkzeuge in der Nähe der 2008er-Fundstelle links an und stiessen 2014 prompt auf einen Hohlraum. Der Schatz war zwar entschieden kleiner als bei den vorigen Funden, bedeutete aber einen gewaltigen Motivationsschub für die Strahler. 

In den Folgejahren senkten sie den Boden an verschiedenen Stellen ab und sondierten in der Vertikalen. Unter anderem schönste Rosafluorite kamen ans Licht. Auch im vorderen Teil der Höhle, beim Fundort von 2005, entschlossen sich Elio Müller und Franz von Arx, nach unten in den Fels vorzudringen. Ende der Strahlersaison 2018 schraubte sich ihr Bohrer auch hier erneut in einen Hohlraum. Was genau sich darin verbirgt, das werden die Kristallsucher Mitte Juni 2019 herausfinden, wenn der Winter den Planggenstock für sie wieder freigibt.